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Interview mit
Bischof Dionysius

Dionysius-Figur im Hochaltar




zusammengestellt
von
Marianne Greiner

 

Sehr geehrter Herr Bischof Dionysius, wir freuen uns, dass sie sich heute für uns zur Verfügung gestellt haben und uns ein Interview gewähren. Dionysius von Paris, hl. (Fest 9. Okt.) Bisch. u. Mart.; die früheste Passioist der Vita Genovefae (um 520) bekannt. Danach wurde D.v. "Nachf. der Apostel" (d.h. einem Papst) z. Mission nach Paris geschickt. mit den Gefährten Rusticus u. Eleutherius erlitt er dort den Tod; 6 km vor der Stadt wurde er bestattet. Von der Kirche über dem Grab u. v. Wundern berichtet Gregor von Tours. ... Anfang 9. Jh. wird die Verbindung zw. D. v. Paris u. Dionysios Areopagites hergestellt. 827 kamen die Schr. des Areopagiten nach St. Denis und eröffneten eine neue Epoche der Verehrung. Seitdem ist die Legende des hl. D. des Areopagiten u. Bischofs v. Paris auch im Orient bekannt. Die Reliquienübertragung nach Regensburg ist Legende. Das eetwa in 50 Beispielen bekannte Kephalophorenmotiv (D. ist nicht der erste!) hat bei der Darstellung in der Kunst bes. gewirkt. D. ist einer der Patr. Frankreichs.
aus: LThK, III, 408
Das mache ich gerne!
Zunächst ein paar Daten aus ihrem Leben.
Ja, also wie bekannt sein dürfte, war ich der erste Bischof von Paris.
Wie kam es dazu, wann war das?
Im Jahr 250 nach Christi Geburt schickte mich Papst Fabian mit sechs weiteren Bischöfen als Missionar in die römische Provinz Gallien.
Ah, das ist das heutige Frankreich!



Ja, das stimmt.Es war eine strapaziöse und gefährliche Aufgabe, denn große Teile des Landes waren noch unwegsam und wild. Überall lauerten Gefahren.
Wie sah nun konkret Ihre Arbeit aus?
Also, da gab es eine zunächst bedeutungslose Ortschaft, die hieß Lutetia Parisiorum - ihr kennt diesen Ort als die Weltstadt Paris; dort haben wir den Heiden von Jesus Christus erzählt und ihnen die frohe Botschaft gebracht. Wir haben das kirchliche Leben organisiert und auf der Seine-lnsel habe ich die erste christliche Kirche errichten lassen.
Dann können Sie, lieber Bischof, ja auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken?
Ja, meine Gefährten und ich haben das Wort Gottes verkündet und somit einen Grundstein gelegt.
Aber die Zeit war nicht gut damals für Christen.
Können Sie uns das näher erläutern?
Es war das Jahrhundert der Christenverfolgungen.
Das mächtige Römische Reich stand vor dem Zerfall. Das wollten die Kaiser verhindern, indem sie die alten Staatsreligionen stärkten. Das heißt, die Bevölkerung mußte weiterhin die römischen Götter verehren. - Die Christen, die sich widersetzten, wurden rücksichtslos verfolgt.

Glasfenster im Chor Und dieser Christenverfolgung fielen auch Sie zum Opfer?
Im Jahr 285 ließ mich Kaiser Diokletian gefangennehmen und hinrichten - das heißt genauer gesagt - wie damals üblich, wurde ich geköpft.
Lieber Bischof, das ist sehr traurig, aber die Art und Weise wie sie ums Leben kamen, ist uns in Neunkirchen bekannt - haben wir doch stets das Bild in unserer Kirche vor Augen. Aber etwas anderes interessiert uns natürlich: Sie sollen nach der Hinrichtung ihr abgeschlagenes Haupt selbst von der Richtstätte zu dem Ort, wo man sie begraben sollte, getragen haben. Was können sie dazu sagen?
Also, das ist eine Legende - ich möchte es einfach so stehen lassen. Zum tieferen Sinn der Legende möchte ich sagen, daß in meinem Leben "Jesus Christus das Haupt" war.
Die Kirche, die man über ihrem Grab errichtet hat, ist Saint Denis im Norden von Paris.
Ja, im 5. Jahrhundert ließ die Hl. Genoveva über meinem Grab eine Basilika errichten. Schon bald entwickelte sich eine rege Pilgertätigkeit. Zu Ehren unseres Herrn Jesus Christus trafen sich Gläubige an meinem Grab - im Laufe der Jahrhunderte wurde die Basilika zu einer bedeutenden Stätte der Begegnung und des Gebetes.
Stimmt es, dass sie Hl. Dionysius zu den 14 Nothelfern gehören?

Ja, es ehrt mich sehr, daß das Volk mich in die Reihe der 14 Nothelfer eingereiht hat. Man hat mich zum Patron für Kopfschmerzgeplagte und zum Schutzheiligen gegen Geisteskrankheiten und Schlaganfälle gemacht.
Lieber Bischof, sie sind uns als Patron unserer Kirche besonders nahe. Wir danken ihnen, daß sie uns Einblick gewährt haben in ihr Leben. Wir haben erfahren, daß sie kein "braver" Bischof gewesen sind, der zu allem "Ja und Amen" gesagt hat. Möchten sie noch einige Worte an die Gemeinde von Neunkirchen richten?
Ich, Bischof Dionysius rufe euch zu: Hört das Wort Gottes und versucht es zu leben. Seid nicht kopflos - verliert nicht euren Kopf - Jesus Christus sei euer Haupt!
Herr Bischof, ich danke für das Gespräch.