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Bischof Ketteler

 




Bischof Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler
wurde am 25.Dezember 1811 in Münster (Westf.) geboren, gestorben ist er am 13.Juli 1877 im Kapuzinerkloster Burghausen, Oberbayern,
und wurde im Dom zu Mainz (Marienkapelle)
beigesetzt.

Bischof Ketteler gilt als einer der herausragenden Begründer der katholischen Soziallehre und der mit dieser parallel verlaufenden Bewegung.

Er sah im besonderen Bemühen um den Schutz und das Wohl der damals neu entstehenden Arbeiterklasse die wesentliche Aufgabe der Kirche in seiner Zeit. In seinen berühmten sozialen Predigten und Schriften von 1848 forderte Ketteler zur Lösung der sozialen Frage im notwendigen Zusammenhang von Politik und Ethik auf.

Bischof Ketteler war durch und durch ein Praktiker, eine politische Persönlichkeit, der es nicht nur um soziale Lehre, sondern vielmehr um die soziale Tat ging.

Bischof Ketteler wurde zur führenden Gestalt im deutschen Episkopat des 19. Jahrhunderts. Sein Auftreten beim 1. Katholikentag (Mainz 1848) und die 6 Mainzer Adventspredigten (im selben Jahr) über die soziale Frage erregten große Aufmerksamkeit. 1848/49 als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, Vorkämpfer des politischen Katholizismus für die Freiheit der Kirche und der christlichen Schule; vertrat als Reichstagsabgeordneter (Zentrum) 1871 im beginnenden Kulturkampf die Rechte der Kirche, legte im März 1872 das Mandat nieder; erstrebte eine Sozialreform, die er in Auseinandersetzung mit liberalen und sozialistischen Lehren aus dem christlichen Glauben heraus forderte.

Ketteler beeinflusste durch seine Stellungnahme zu den sozialen Fragen, durch Organisation des katholischen Vereinswesens, durch Förderung des Siedlungswerkes und Einwirkung auf Zentrumspartei (Gründung 1870/71), Arbeiterschaft und Jugendbildung die Sozialpolitik des 19. Jahrhunderts. Schrieb u.a. "Freiheit, Autorität und Kirche" (1862) sowie "Die Arbeiterfrage und das Christentum" (1864). Bischof Ketteler gab bedeutende Anregungen zur bahnbrechenden Sozialenzyklika Rerum novarum (Leo XIII).

Auf Kettelers Initiative hin wurde seit 1867 die Fuldaer Bischofskonferenz zur ständigen Einrichtung. Sein gesamtes Vermögen gab er für soziale Zwecke aus. Die Gedanken des "sozialen Bischofs" sind zum Ideengut aller christlichen Sozialreformer geworden. Seine Einstellung zum Staat war lange Zeit Vorbild für den deutschen Episkopat. Ketteler war die markanteste und populärste Gestalt des deutschen Katholizismus im 19. Jahrhundert. Sein Leben und Wirken war eng mit den Reformbewegungen der Zeit verknüpft.

Das am 06.05.1891 im Reichstag angenommene Arbeiterschutzgesetz ist auch aus dem Geist Kettelers erwachsen.
Noch vor seiner Entlassung gab Bismarck zu: Ohne Ketteler wären wir noch nicht so weit.

Zum Gedenken an den 125. Todestag des Arbeiterbischofs Wilhelm Emanuel von Ketteler trafen sich im Juli 2002 rund 3.000 Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) in Altötting.

Rund 150 KAB-Gruppen aus ganz Deutschland machten mit ihren Fahnendelegationen die Gedenkwallfahrt zu einer lebendigen Demonstration des sozialen Katholizismus. Erzbischof Dr. Giovanni Lajola, Apostolischer Nuntius in Berlin, zelebrierte gemeinsam mit 20 KAB-Präsides die Eucharistiefeier in der Basilika St. Anna.

Lajola würdigte in seiner Predigt die überragende Stellung Bischof Kettelers im Sozialkatholizismus. Er habe sich in der industriellen Revolution um eine Lösung der sozialen Probleme der Arbeiterschaft im Lichte des Evangeliums bemüht. Sowie er sich mit Forderungen nach Krankenkassen, Unfall- und Lebensversicherungen, Einführung von Pensions- und Waisenkassen und die Abschaffung der Kinderarbeit für die soziale Gerechtigkeit eingesetzt habe, würde es die KAB auch in seiner Nachfolge in den aktuellen sozialen Problemen tun.

Auch der Kreisverband Weiden organisierte eine Busfahrt zu dieser Gedenkfeier. Die Mitglieder unserer Ortsgruppe St. Dionysius waren zahlreich vertreten.


Zum Gedenken an den "sozialen Arbeiterbischofs" Wilhelm Emanuel von Ketteler hat die Stadt Weiden die Kettelerstraße (Nähe Josefskirche) nach ihm benannt.