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Professor Josef Stahl

 




Professor Josef Stahl wurde am 06.09.1863 als Sohn einer kernkatholischen Lehrersfamilie in Rottendorf geboren. Während seiner Militärzeit hätte ihn, den Mann mit einer frischen, entschlossenen Art und einer imponierenden hünenhaften Gestalt, der Oberst gern für die militärische Laufbahn gewonnen. Doch sein Ideal war ein anderes: 1890 empfing er die Priesterweihe und wurde nach dreijähriger Tätigkeit als Kooperator nach Weiden berufen, wo er 35 Jahre wirken sollte.

Für sein Wirken in Weiden brachte Stahl die besten Voraussetzungen mit: eine kernkatholische Gesinnung, eine volkstümliche Beredsamkeit und ein glühendwarmes Empfinden für das Volk, besonders für die Arbeiterschaft. Als Gesellenpräses erbaute er das so notwendige Vereinshaus (Josefshaus) und gründete einen Arbeiter- und einen Arbeiterinnenverein. Wenn speziell Weiden und sein industriereiches Hinterland kein Opfer des Marxismus wurde, ist das in erster Linie Stahls Verdienst. Nach dem Katholikentag in Amberg war in Stahl die Idee der Arbeitervereine eingebettet. In Weiden ging Stahl mit jugendlicher Freude an diese Aufgabe heran. Seine große Stunde kam, als die Centralwerkstätte gebaut wurde. BGR Ernst Mayer, der mit Prof. Stahl als Diözesansekretär lange Zeit zusammenarbeitete schreibt:
"Ich habe aus meiner Kindheit und Jugend noch gut in Erinnerung, dass der Gymnasiallehrer und spätere Professor Stahl jeden Morgen kurz vor 6 Uhr die hl. Messe begann, an der immer eine Anzahl "Zentralerer" teilnahmen. Wenn dann so 10 Minuten vor halb 7 Uhr das Signal von der Zentralwerkstätte ertönte, war Stahl bei der Kommunion und die Männer gingen mit ihren Kannen fort zur Arbeit. Es war für beide Teile, für den Zelebranten und für die Teilnehmer immer ein persönliches Opfer, das ich stets bewundert habe".

1907 wird Stahl Diözesanpräses. 1925 war Stahl längere Zeit krank und legte deshalb nach 17 Jahren das Amt des Diözesanpräses nieder. Im Jahr danach gab er auch das Amt des Präses in Weiden ab, nachdem er dem Arbeiterverein 32 Jahre seit der Gründung gedient hatte. Er wurde Ehrenpräses, sein Nachfolger der bisherige Vizepräses Stadtpfarrer Schweiger von Herz Jesu.

Am 08. Februar 1928 im Alter von 65 Jahren verstarb Professor Josef Stahl. Am 11. Februar war die Beerdigung. Ein schier endloser Trauerzug setzte sich nach dem Libera bei der Josefskirche in Bewegung. In St. Sebastian war der Tote aufgebahrt. Unter größter Anteilnahme der Bevölkerung, seiner Freunde und Mitkämpfer vom katholischen Arbeiterverein und der christlichen Gewerkschaften wurde er zu Grabe getragen.

Prof. Stahl liegt begraben in der Priestergruft im Stadtfriedhof Weiden. Die Stadt Weiden hat nach ihm eine Straße benannt, die Prof.-Stahl-Straße bei der WTW und dem Eisstation.
 

Seine Idee und seine Liebe für die Arbeitersache wird nicht sterben.