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Liturgische Praxis

im Gottesdienst




Kinder in der Stonntagsmesse - und Vielfalt in der muskalischen Gestaltung

Kinder in der Sonntagmesse

In vielen Gemeinden werden mit großem Engagement sonntägliche Gemeindemessen als „Kindergottesdienste" oder „Familiengottesdienste" gestaltet. Solche Gottesdienstformen bieten Chancen, Kinder in die Gemeinde und ihren Gottesdienst hineinwachsen zu lassen. Auf der anderen Seite sind solche Gottesdienstformen vielerorts aus unterschiedlichen Gründen gar nicht möglich. Wo nur eine einzige Sonntagmesse stattfindet und darum der Großteil der Teilnehmenden aus Erwachsenen besteht, ist zu fragen, wie viel an Elementen, die vor allem auf Kinder ausgerichtet sind, zumutbar sind.

 Eine gute Möglichkeit, Kinder und Erwachsene gebührend zu berücksichtigen, besteht darin, den Wortgottesdienst mit den Kindern getrennt von den Erwachsenen in einem eigenen Raum zu feiern. Diese Lösung setzt allerdings eine entsprechende personelle Ausstattung voraus, die vielerorts nicht gegeben ist. Überall gibt es jedoch Möglichkeiten, wenigstens bei einzelnen Elementen Kinder in die Gestaltung einzubeziehen mit einem Aufwand, der nicht zu einer Überforderung der Beteiligten führt. Dazu können ein paar Grundsätze hilfreich sein:  

Die Liturgie der Kirche ist selbst ein reiches zeichenhaftes Geschehen. Bevor weitere Zeichen in sie hineingetragen werden, sind die vorhandenen Zeichen voll zur Geltung zu bringen. Zu den Zeichen der Messfeier gehören:

 

Brot und Wein,

das Wort Gottes in der Heiligen Schrift,

die liturgischen Orte wie Altar und Ambo,

Gewänder in verschiedenen Farben,

Weihrauch,

verschiedenartige musikalische Ausgestaltung der einzelnen Elemente (z.B. Akklamationen wie das Halleluja und das Sanctus, die durch Gesten oder mit Instrumenten unterstützt werden können;

Wechselgesänge wie ein Psalm, andere Gesänge, Lieder, bei denen eine Kindergruppe einen Vorsängerpart übernehmen kann),

Gesten und Haltungen wie Kniebeuge, Händefalten, Händeausbreiten, bewusstes Stehen, Knien, Sitzen, Prozessionen zum Einzug, zum Evangelium, bei der Gabenbereitung, bei der Kommunion, zum Auszug, einen Kreis um den Altar bilden, Kerzen tragen, Blumen bringen zum Schmuck des Altars und des Ambo an den entsprechenden Stellen der Feier, Gabenprozession etwa mit einem guten Vorsatz auf einem Zettel, Fürbitten auf Zetteln, die zu Füßen des Altars niedergelegt werden ...

 

Um solche Zeichen und Symbole hervorzuheben und auszugestalten, ist oft nur eine geringe Vorbereitung oder evtl. eine Ankündigung im Pfarrbrief oder beim vorangehenden Sonntagsgottesdienst erforderlich. Dabei werden die Kinder an der Feier selbst beteiligt; sie können den Sinn der einzelnen Elemente der Feier besser erfassen. Dabei stören sie auch Erwachsene nicht, sondern tragen auch zu deren besserem Verständnis der Feier bei.

 

Solche kindgemäßen Elemente sind häufig möglich und vermeiden das Dilemma: entweder Erwachsenengottesdienst = nichts für Kinder oder Kindergottesdienst = nichts für Erwachsene. Kinder und Eltern werden nicht überfordert. Es werden Beziehungen geschaffen zwischen Alt und Jung in der Gemeinde.




 Vielfalt der musikalischen Gestaltung


Ob Gottesdienste von den Mitfeiernden als ansprechend und berührend erfahren werden, hängt zu einem bedeutenden Teil von der musikalischen Gestaltung ab. Auch trägt die Musik viel dazu bei, dass die einzelnen Teile und Elemente in ihrer Struktur und Bedeutung erfasst werden und so die innere und äußere Teilnahme aller Mitfeiernden gelingt. 

Die Musik, als Gesang und instrumental, erlaubt es, Freude und Trauer, Ergriffenheit und Jubel Ausdruck zu geben. Für ihren Einsatz in der Liturgie entscheidend ist, dass sie am jeweiligen Geschehen ausgerich­tet ist.

 

So kann etwa im Wortgottesdienst angesichts der Zahl und des Umfangs der vorzutragenden Texte die Musik viel dazu beitragen, dass die einzelnen Elemente in ihrem Zueinander und im Gesamtzusammenhang leicht verstanden werden. Durch Kantillation wird die Bedeutung besonders wichtiger Texte hervorgehoben. Durch sie wird auch erfahrbar, dass ein Text nicht nur zur Information oder Belehrung vorgelesen, sondern wirklich verkündet wird.

 

Rufe (Akklamationen) und kurze Sätze helfen der Gemeinde zur tätigen Teilnahme an einem Geschehen oder einem von einer einzelnen Person vorgetragenen Text. Lieder lassen die Mitfeiernden bei einem bestimmten Motiv verweilen; sie eignen sich besonders zur Eröffnung und am Ende der Feier oder zur Meditation etwa während der Gabenbereitung oder nach der Kommunion. Das Spiel der Orgel oder anderer Instrumente hat einerseits einführende und begleitende Funktion, kann aber auch eigenständig eine dem momentanen Geschehen entsprechende oder der Meditation dienende Atmosphäre schaffen.

 

Von diesen Überlegungen her ist große Sorgfalt angebracht bei der Auswahl der Gesänge und der Mittel. Nicht zuletzt ist zu prüfen, welche Dienste - Kantor/in, Schola, Chor - bei welchen Gelegenheiten einzusetzen sind, um von der ganzen Vielfalt an Möglichkeiten Gebrauch machen zu können - in einfachen Verhältnissen ebenso wie an den höchsten Festen des Kirchenjahres.


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