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Die Schöpfung - Ein Meditationsweg

 in sieben Tafeln - von Dr. Erich Vettori




Gestaltet wurde der Schöpfungsweg anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Pfarrkirche St. Dionysius Neunkirchen im Jahre 2010
Es wurde hell - der Urknall



Im Bild dargestellt ist ein vollständiger Regenbogen, dessen Licht vom Unsichtbaren ins Sichtbare und wieder ins Unsichtbare wechselt. Dazu auch die Farben Gold und Silber, die nicht im Regenbogen enthalten sind.
Am Anfang sprach Gott: werde.
Es wurde hell - der Urknall.
Mit einem einzigen Wort wurde alles:
Das All, die sichtbare und die unsichtbare Welt. Auf diese Weise entstand der Dualismus in der Welt: hell - dunkel, heiß - kalt, gut - böse.
Die Schöpfung ist statisch und dynamisch zugleich, sie hat die Fähigkeit bekommen, nicht stehen zu bleiben, sondern sich weiter zu entwickeln.




Meditation

Die Kraft, sich voran zu entwickeln, heißt aber auch die Fähigkeit, sich zurück zu erinnern an seinen Schöpfer - an Gott. Der Geist Gottes, seine Schöpfungskraft, durchzieht das All, er ist über-all, er atmet in allem. So kann Gott auch in allen anderen Galaxien anwesend sein und erkannt werden.
Ein gigantischer Lobpreis Gottes



Im Bild dargestellt ist eine Spiralgalaxie und an deren Rand eine Sonne und eine werdende Erde.
Aus dem Ungeformten entstanden Strukturen, Galaxien, Sonnensysteme, Sonnen, Planeten, Horizonte. Wasser trennte sich vom Land.

Die Erde war noch wüst und leer. Doch täg-lich wurde es hell und dunkel, und die Sonnenauf- und Untergänge waren damals wie heute wunderschön: ein gigantischer Lobpreis Gottes, ihres Schöpfers.





Meditation

Immer, wenn du ergriffen wirst von der Schönheit der Schöpfung: dann erinnerst du dich an Gott, ihren Schöpfer.
Deine Seele preist ihren Schöpfer und nimmt teil an der Größe des Herrn.
Entstehung des Lebens



Im Bild dargestellt sind Bakterien, Viren und ein Pilz, allesamt Lebewesen, die wir als Krankheits-erreger kennen.
Es entstand aus der der Materie innewohnenden Kraft der Schöpfung: Leben.

Und es regte sich überall: im Wasser, auf dem Land, in der Luft. So entwickelten sich Lebewesen, die so unglaublich phantastisch sind, dass unsere menschliche Phantasie nicht ausreichen kann, die der Materie innewohnende schöpferische Fähigkeit zu übertreffen.







Meditation

Der Mensch mag erfinderisch sein, aber er wird den Schöpfer der Phantasie niemals erreichen oder ersetzen können.

Und ist es nicht ein Wunder, wie aus der un-belebten Materie Lebendiges wurde?
Entwicklung des Lebens



Im Bild dargestellt sind einerseits die wunderbare Schöpfung und andererseits die Grausamkeit, mit der der Mensch opfert, um etwas zu erreichen.
Es entwickelte sich der Mensch. Er begann, über die Pflanzen und Tiere zu herrschen und sie sich nutzbar zu machen, er vermehrte sich über die ganze Erde und machte sie sich untertan. Und die Materie in seinem Kopf begann, Gedanken hervorzubringen, nachzudenken, sich wie von selbst zu erinnern an den, der die ganze Schöpfung in Gang gebracht hatte.

Der Mensch wollte mit Gott in Kontakt treten. So brachte er ihm Opfer dar.



Meditation

Warum brachte der Mensch seinen Göttern Opfer dar? Nur, um ihnen zu danken? Vielmehr wollte er seinen Gott durch eine Gabe gnädig stimmen, seine Wünsche zu erfüllen. Er versuchte, seinen Gott zu gebrauchen, er führte Gott in Versuchung.

Aber lässt sich Gott gebrauchen, manipulieren?
Selbstbestimmung des Menschen



Im Bild dargestellt ist der Mensch, wie er die Menschheit von jeher brutal unterwirft. Und im Spiegel sehen wir uns selber. Das Bildmotiv ist der Narmer-Palette nachempfunden.
Dann war der Mensch so weit, dass er so sein wollte wie Gott.
Er selbst wollte über andere Menschen herrschen, bestimmen über Leben und Tod, er wollte für andere Menschen Schicksal spielen. Er ließ sich selber anbeten und verherrlichen.

Aber er wurde nicht göttlich, sondern teuflisch.







Meditation

Wen sieht der Mensch, wenn er sich zu Gott macht? Doch nur sich selbst. An die Stelle der Liebe zu den Menschen tritt die Gier nach Macht und Geld, der Mensch macht alles - für Geld.

Sah Gott, dass die Entwicklung nicht mehr gut war?
Der Tod ist nicht das Ende



Im Bild dargestellt ist die Auferstehung Jesu. Sie ist der neue Urknall, der Beginn einer neuen Schöpfung, dargestellt in den Farben des Regensbogens.
In die Brutalität der Menschheit kam ein Mensch, der konnte mit Gott in Dialog treten und "mein Vater" zu ihm sagen. Er konnte seine Pläne erkennen und wollte seinen Willen erfüllen, indem er begann, das Reich Gottes, das Reich des Friedens und der Liebe auf Erden zu errichten.

Er lebte das wahre Abbild Gottes auf Erden und wurde so das Mensch-gewordene Wort Gottes. Doch das passte den menschlichen Göttern nicht.

Aber Gott zeigte: seine Liebe macht vor dem Tod nicht halt, sie ist stärker als der Tod. Der Tod ist nicht das Ende.



Meditation

Dem Egoismus, der Willkür, dem Hass der Menschen setzt Jesus seine Frohe Botschaft entgegen: Das Reich Gottes, der Friede den Menschen auf Erden, ist machbar. Ist uns das noch bewusst?
Der Mensch ruht nie



Im Bild dargestellt sind viele kleine Flammen, die vom Kreuz ausgehen, in die Dunkelheit eindringen und sie immer mehr erhellen.
Der Mensch ruht nie. Ihm gefiel vieles nicht. Er begann, die Welt zu verändern: mehr Nahrung, mehr Energie, mehr Wärme, mehr Geld, mehr Wirtschaft. Und während er dies alles selber machte, dachte er, Gott sei tot. Er vergaß Gott einfach. Die Erinnerung an Gott erlosch.

Der siebte Tag verging und es wurde wieder Nacht.





Meditation

Doch auch in der Gottesnacht weht der Geist Gottes. Du kannst ihn spüren, wenn du es willst.

Er spricht: werde - und du wirst ein Licht gegen die Dunkelheit. Und du kannst andere Lichter entzünden. Mit deiner Wärme kannst du die Tränen trocknen.
Zur Entstehung des Schöpfungsweges
Im Gespräch mit einem 13jährigen Mädchen erfuhr ich etwas über ihre Probleme mit der Bibel. Sie könne nicht mehr an das glauben, was im Alten Testament stehe. Speziell ging es dabei um die Schöpfungsgeschichte. Es habe sich doch nie so zugetragen, wie es in der Bibel stehe, so mit der Erschaffung der Welt in 6 Tagen, wo sie doch in der Schule etwas ganz an-deres gelernt habe, mit dem Beginn des Weltalls in einem Urknall, mit der Evolution, und das alles in so 12 Milliarden Jahren und nicht in 6 Tagen. Das war für mich der Anlass, nachzudenken. Sind die Grundaussagen der Bibel zur Entstehung der Welt bis zum Menschen wirklich im Gegensatz zu den Erkenntnissen der modernen Wissenschaften? Der Schöpfungsweg ist nun die Synthese aus Bibel und Naturwissenschaft! Und zugleich ergriff ich die einmalige Chance, die Schöpfungsgeschichte bis in unsere Zeit weiter zu schreiben, wissen wir doch, im Ge-gensatz zum Schreiber der Genesis vor ca. 2500 Jahren, wie die Evolution vom Menschen bis zu Jesus weiter ging.
Worte des Dankes
Danken möchte ich an dieser Stelle: Herrn Pfarrer Armin J. Spießl, der mir in der Gestaltung des Schöpfungsweges freie Hand gelassen und mir die entsprechende Fläche an der Friedhofsmauer zur Verfügung gestellt hat.

Herrn Max Hofmann für die fachmännische Befestigung der Mosaike an der Friedhofsmauer.

Dr. Erich Vettori

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